April 2008, Kreta

Urlaub im Frauenferienhaus Cassiopeia nahe dem Bergdorf Mariou oberhalb von Plakias, einem kleinen Ort an der Südküste der griechischen Insel Kreta. Vor einigen Jahren noch war Plakias ein Geheimtipp unter "Rucksacktouristen".

Romantische Badebuchten, leckere kretische Küche und spannende Wanderungen, bei denen uns Maria, Franziska und Sonni an wunderschöne Plätze der Insel führen, machen diesen Urlaub zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Östlich fast parallel zur touristisch bekannteren Samaria-Schlucht liegt die nicht weniger spektakuläre Aradena-Schlucht. Die Wanderung beginnt beim verlassenen Dorf Aradena mit Blick auf die weissen Berge (Lefka Ori).

Über der engsten Stelle der Schlucht wurde 1986 eine Eisenbrücke gebaut. Die Felswände gehen dort ca. 138 m in die Tiefe. Trotz befestigter Pfade, die teilweise mit Handläufen versehen sind, ist die Wanderung für Höhenangstgeplagte wie mich eine Herausforderung. Einige Kletterpassagen über Metall-Leitern und Rutschpartien über glatte Steinflächen sind zu überstehen. Oleanderbüsche und Drachenwurz prägen die Vegetation, Ziegen, die auch nicht immer trittsicher sind, was einige Kadaver von abgestürzten Tieren zeigen, sind zu beobachten.

Gegen Ende des rund acht Kilometer langen Abstieges über etwa 750 Höhenmeter führt ein kleiner Pfad auf dem Schluchtgrund zum Ausgang am traumhaften Marmara-Strand, wo kristallklares Wasser zum erfrischenden Bad einlädt.
Südwestlich von Rethimnon liegt Argyroupoli (auch Argiroupolis). Im Altertum befand sich auf dem Gebiet des in 260 Meter Höhe gelegenen Bergdorfes mit heute etwa 400 Einwohnern die antike Stadt Lappa, mit zu dieser Zeit rund 10.000 Einwohnern eine der wichtigsten Städte auf der Insel.

In und um Argyroupoli sind architektonische Fragmente aus der Antike zu finden. Durch die Kirche der fünf Jungfrauen geht es zur Nekropole, dem antiken Friedhof von Lappa, wo eine Vielzahl Gräber in die Felsen gehauen sind. Der Überlieferung nach wurden hier im 3. Jahrhundert n. Chr. Thekla, ihre Schwestern Martha und Maria und zwei weitere Jungfrauen, die christliche Riten pflegten, von den Römern getötet.
Im Mittelpunkt der Anlage steht eine 2000 Jahre alte Platane. Hier gibt es auch eine Quelle, die den Ort zu einem beliebten Platz auch für scheue Bewohner werden lässt.

Argyroupoli ist besonders auch im Sommer angenehm für Wanderungen, der Wasserreichtum der Gegend ist im oft recht trockenen Kreta berühmt. Viele kleine Wasserfälle unweit des Ortes sorgen für eine grüne Oase, wo nicht nur der sonst überall anzutreffende Drachenwurz gedeiht.
Aktualisiert 11/2016