Ordnung Schnabelfliegen (Mecoptera)

 

Familie Skorpionsfliegen (Panorpidae)

Gewöhnliche Skorpionsfliege (Panorpa communis)
Jettingen-Scheppach, 15.07.2011, weibliches Exemplar (1);
Werdau, 26.07.2011, weibliches Exemplar (2);
Werdau, 27.07.2011, weibliches Exemplar (1);
Werdau, 03.08.2011, männliches Exemplar(1);
Stäfa, Schweiz, 19. und 21.06.2012, weibliches Exemplar.

Eine Familie der Schnabelfliegen sind die Skorpionsfliegen, von denen es weltweit etwa 100 Arten gibt. In Mitteleuropa sind fünf Arten der Gattung Panorpa anzutreffen, darunter vor allem die Gewöhnliche Skorpionsfliege.
Der deutsche Name resultiert aus dem nach oben gekrümmten Hinterleib der männlichen Exemplare, Weibchen haben am Hinterleibsende eine Legeröhre.

Skorpionsfliegen besitzen einen schnabelartig verlängerten Kopf mit den Mundwerkzeugen, vier netzartig gemusterte Flügel, die in Ruhestellung leicht gespreizt nach hinten angelegt werden.
Anzutreffen sind Skorpionsfliegen bevorzugt an kühleren Orte wie schattige, feuchte Wälder oder Waldränder. Ihre Nahrung besteht vorwiegend aus toten oder verletzten Insekten.

Skorpionsfliegen haben ein sehr interessantes Sexualverhalten. Sie paaren sich meist mit mehreren Partnern. Die Männchen sondern aus ihrem Genitalsegment am Ende des Hinterleibes Sexuallockstoffe aus und verbreiten diese mit ihren Flügeln. Mit Geschenken wie Futterresten oder Speichelsekret locken sie die Weibchen an. Diese Futtergeschenke sind für die Weibchen Qualitätsmerkmal der Männchen. Die Paarung selbst kann sich über bis zu zwei Stunden hinziehen. Nach ca. vier Tagen legen die Weibchen 50 bis 60 Eier in schattigen und feuchten kleinen Spalten im Boden ab.

So gefährlich diese Insekten mit dem rötlichen und dem an den Stachel eines Skorpions erinnernden Hinterteil auch wirken, sie sind in keiner Weise aggressiv.


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Aktualisiert 05/2017